Insulin, Wachstumshormon, Prohormone

(David Steen)

(Insulin, Wachstumshormon, Prohormone, Stoffe, die angeblich den Hormonspiegel erhöhen). Vor allem aber gestatten Sie mir, Sie vor den NahrungsmittelergÄnzungen zu warnen, über die ihre Verkäufer behaupten, dass sie ähnliche oder identische Wirkungen wie anabole Steroide hätten. Ein mögliches Ergebnis ist, dass sie einfach nicht funktionieren werden. Ein viel schlimmeres, mögliches Szenarium ist jedoch, dass sie funktionieren werden. Warum? Es bestehen nÄmlich Präparate, die zwar legal verkauft werden, aber üblichen anabolen Steroiden ähnlich sind. Üblicherweise geht es um obskure Chemikalien, ähnlich dem Testosteron, die vorübergehend der Aufsicht der Kontrollbehörden entkamen.

Im Unterschied zu den bekannten Anabolika haben diese Stoffe einen unvorhergesehenen Ausfall auf die menschliche Gesundheit. Sie haben alle Nebenwirkungen von Anabolika: wie Leberschaden, Akne, Atrophie der Geschlechtsdrüsen, Aderbeschädigung und Andere. Während sich die Sportler bei Einnahme der üblichen Anabolika möglicher Folgen im Fall des überschreitens der Zykluslänge, oder der nicht Einnahme der Hilfsheilmittel bewusst sind, befindet sich der Mensch, der solche Stoffe ohne Kenntnis der Wirkung anwendet und keine der angegebenen Maßnahmen einhält, im Gefühl der falschen Sicherheit es handle sich um Nahrungsmittelergänzungen. Man muss betonen, dass solche Stoffe in Europa nicht viel verbreitet sind, aber in den USA ist solches Szenario relativ üblich. Niemals kaufen und benutzen Sie den Stoff, ohne dass sie über diesen genügend informiert sind. Vertrauen Sie nie den Werbungen und verifizieren Sie jede Information von unabhängigen Quellen.

Prohormone

Prohormone sind Präkursoren der Hormone, in unserem Fall der anabolen Steroide. Im Idealfall sollte es nach der Einnahme zum Zielhormon metabolisieren, also Testosteron oder einem ähnlichen Stoff. Der Hauptvorteil der Prohormone war, dass sie im bestimmten Zeitraum, im Unterschied zu den Anabolika legal waren. Es ging im Prinzip um eine Lücke im Gesetz, die inzwischen in den meisten Ländern beseitigt wurde. Heutzutage ist es wirklich schwer, einen guten Grund für die Anwendung dieser Stoffe zu finden. Ihre Konversion zum Zielhormon (üblich Testosteron oder Nandrolon) ist niedrig und hängt von vielen Faktoren ab: momentaner Testosteronspiegel im Blut, zugängliche Enzyme im Organismus und andere.

Wenn der Athlet nämlich im Moment der Hormoneinnahme einen erhöhten Testosteronspiegel hat (Abweichungen im Laufe des Tages sind üblich), wird ein erheblich kleinerer Teil des Prohormons konvertieren. Enzymatische Umgebung ist auch eine individuelle und deswegen nicht vorhergesehene Variable, was eine genaue Dosierung verhindert. Andererseits, Prohormone haben letztendlich die gleichen Nebenwirkungen wie Hormone. Die Einnahme von Hormonpräkursoren ist aus diesen Gründen sehr ungewÖhnlich bei seriösen Sportlern. Einzige Ausnahme sind solche, die gerne mit neuen Stoffen experimentieren und bereit sind, die Folgen zu tragen.

Insulin

Obwohl diese Webseite anabole Steroide nicht propagiert, weisen wir auf vielen Stellen auf den Fakt hin, dass diese Stoffe nicht so sehr schädlich sind, wie sich manche Menschen bemühen, es uns einzureden. Das gilt keinesfalls für Insulin. Insulin wird von manchen Athleten für seine angebliche Aufgabe anaboler Prozesse missbraucht. Ob der erhöhte Insulinspiegel im Blut der Bildung der Muskelmasse hilft, ist zumindest eine große Unbekanntheit. Vermutlich hilft es nicht, und falls ja, dann nur im geringen Ausmaß und dann sehr kurz. Der menschliche Organismus reagiert auf den erhöhten Insulinspiegel auf andere Art, wie er auf den erhöhten Spiegel anderer Hormone reagiert. Das Hauptproblem bei dem Metabolismus der Glukose ist nicht der Insulinmangel, sondern die Resistenz gegen diesen Stoff. Es bedeutet, dass Rezeptoren auf den Muskeln- und Fettzellen bei einem erhöhten Insulinspiegel nicht mehr reagieren. Dieses Problem hat die Tendenz sich zu steigern und je länger dieser Zustand andauert, desto höher muss der Insulinspiegel im Blut sein, da die Rezeptoren immer weniger darauf ansprechen.

Wenn sich eine gesunde Person künstlich den Insulinspiegel erhöht, bedroht sie seinen Metabolismus. Eine solche Einnahme kann und wird nach einem bestimmten Zeitraum zum Diabetes führen, einer potenziell tödlichen Krankheit. Sie verursacht außer Anderem Nierenschwäche, Gliedverlust und Herzerkrankungen. Insulin (im Unterschied zu Anabolika) ist ein toxischer Stoff, der in großer Menge immer für den Organismus immer schädlich ist. Die Anwendung von Insulin im Sport ist wahrscheinlich die dümmste Sache, die der Athlet tun kann, noch viel gefährlicher, als die Einnahme von anabolen Steroiden. Ich bitte Sie und appelliere, weichen Sie diesem Stoff aus! Die Vorstellung, dass das Insulin dem Zuwachs der Muskelmasse helfen kann, stammt nicht von Fachleuten. An dieser Stelle muss man anerkennen, dass anabole Steroide effektiv die Folgen der Insulineinnahme mildern können, und das ist wahrscheinlich der einzige Grund, dass es nicht viele Sportler gibt, die bei der Einnahme an Diabetes erkranken. Auf diese Tatsache sollte sich aber, mit Berücksichtigung möglicher Folgen, niemand verlassen.

Wachstumshormon

Wachstumshormon ist kein Steroid, wird aber oft von Sportlern im Stack zusammen mit anabolen Steroiden eingenommen. Oder nicht? Nach unseren Labortesten, existiert auf dem Schwarzmarkt (inklusive Internetapotheken) praktisch kein richtiges Präparat, das ein unschädliches Wachstumshormon enthalten würde. Wie es scheint, der einzige zuverlässige Ort, wo man diesen Stoff kaufen kann, sind ausschließlich klassische Apotheken (im Internet finden Sie Dutzende von Verkäufern, die Sie vor den Betrügern warnen werden „also ihren Konkurrenten“ auch wenn praktisch alle letztendlich die Präparate mit einem sehr niedrigen Gehalt an Wachstumshormonen verkaufen.

Ungeachtet der Fakten, schauen wir jetzt, wie das Wachstumshormon eigentlich zur Zunahme der Muskelmasse verhilft.

 

Nach den jüngsten Wissenschafterkenntnissen erscheint es unwahrscheinlich… Das Wachstumshormon hat keinen Einfluss auf die Zunahme der Muskelmasse, auch wenn es den Gesamteindruck durch Abschaffen des überflüssigen Fetts verbessern kann. Wahrscheinlich den besten Artikel über Auswirkungen des Wachstumshormons hat der Professor M. J. Rennie geschrieben (Claims for the anabolic effects of growth hormone: a case of the Emperor´s new clothes?), veröffentlicht im British Journal of Sports Medicine im Jahr 2003. Gestatten Sie mir nur den Schluss zu zitieren: “Der Schluss ist, dass das Wachstumshormon in der Wirklichkeit starke Wirkungen auf den Metabolismus der Fette und Zucker hat, und konkret hilft es bei dem Metabolismus des Fettgewebe von Triacylglycerol. Es besteht aber kein Nachweis darüber, dass es der Synthese von Eiweißstoff bei den Erwachsenen, vielleicht außer im Bindegewebe, nachhelfen könnte.“ 
Nicht nur, dass das Wachstumshormon der Zunahme der Muskelmasse nachhilft, es kann bei langfristiger Anwendung auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme, vor allem bestimmte Formen der Resistenz gegen Insulin und sogar eine Diabetes verursachen. Die Wirkungen des übermäßigen Wachstumshormonsspiegels sind gut in der medizinischen Literatur beschrieben, weil die Überproduktion des Wachstumshormons nicht ungewöhnlich ist (üblich als Folge der Tumore auf der Hypophyse). Die schwerwiegendsten Folgen sind hoher Blutdruck, Herzerkrankungen und, wie bereits angegeben, Diabetes.
Ein weiterer Grund, das Wachstumshormon nicht einzunehmen, ist der Fakt, dass größere Mengen des Wachstumshormons durch den Organismus natürlich in der Reaktion auf die körperliche Belastung (Turnen) produziert werden.

Das ist eine wissenschaftlich belegte Tatsache, die von dem Team der Wissenschaftler von University of Virginia im Jahr 1997 (Human growth hormone response to repeated bouts of aerobic exercise; J. A. Kanaley, J. Y. Weltman, J. D. Veldhuis, A. D. Rogol, M. L. Hartman, and A. Weltman; J Appl Physiol 83) nachgewiesen wurde.