Legale Anabolika

(Max Rosten)

Nach einer langen Serie von Misserfolgen und Betrügereien sieht es so aus, dass das Unmögliche Realität ist: auf den Markt kommen wirklich funktionsfähige legale Alternativen von anabolen Steroiden. Die meisten von uns verfolgten dabei die Entwicklung im Bereich der modifizierten Tocotrienole, Tocopherole und von Nikotinamid mit einer beträchtlichen Dosis Skepsis.

Kein Wunder noch vor kurzem setzten wir riesige (und man muss zugeben unkritische) Hoffnungen in Myostatin-Hemmer. Nach dem Versagen dieser Arzneimittelart bei menschlichen Patienten hörten die meisten Fachleute auf, sich für eine legale Form von Anabolika zu interessieren.

Worum handelt es sich?

Die Marktneuheit wird gewöhnlich mit dem etwas irreführenden Namen Xenoandrogene bezeichnet. Irreführend deswegen, weil bisher mit diesem Terminus toxische Stoffe bezeichnet wurden, die Androgenrezeptoren in lebenden Organismen stimulierten, z.B. Chemikalien im Meer. Xenoandrogene wurden also ausschließlich negativ wahrgenommen als endokrine Disruptoren.

Moderne Xenoandrogene sind allerdings modifizierte unschädliche Stoffe, die üblich in Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden. Das Geheimnis verbirgt sich nämlich vor allem in der feinen Modifikation auf molekularer Ebene, die ohne die heute zugängliche Technik nicht möglich wäre.

Die androgenen und anabolen Wirkungen wurden zwar fast zufällig von einem Wissenschaftsteam in Japan entdeckt, aber die Kleinstarbeit, die in Millionen geschaffener Varianten des ursprünglichen Stoffs und seiner weiteren Testung bestand, wurde bereits von Biokybernetikzentren in Europa durchgeführt.

Etwa ein Jahr ständiger Testung auf Sequenzgeräten der Firmen Illumina und Roche, die auf dem Prinzip NextGen Sequencing und Single Nucleotide Polymorphysm Detection (SNIP) beruhen, trug Früchte in Form einer Produktreihe von Stoffen, die existierenden anabolen Steroiden aufs Haar gleichen.

Diese Mittel sind dabei frei verkäuflich genau wie ihre unmodifizierten Ausgangsstoffe.

Während das sicher eine gute Nachricht für Amateursportler ist, droht den Profis, dass Xenoandrogene bald von der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten werden.